Kategorie: Handwerk

Beiträge, die die Schmiede, Weberei oder Tischlerei betreffen

Der andere Blick – Innterview mit P. Abraham Fischer

Vor wenigen Tagen gab P. Abraham ein Interview für den Podcast von "Klosterland". In diesem Verein haben sich ehemalige Klöster zusammengeschlossen, die jetzt meistens als Museum oder Kulturstätte dienen. Ihre Absicht ist die Förderung der alten europäischen Klosterkultur.
P. Abraham unterstützt dieses Anliegen seit kurzem als Mitglied des Beirates.

Alle Vögel sind schon da… unsere Vogeltränke auch

Nachdem wir zu Weihnachten Probleme in der Produktion hatten, ist die Tränke nun lieferbar. Es gibt zwei Varianten:

Eine aus patiniertem Cortenstahl  mit herausnehmbarer Edelstahlschale (100,- €),
eine weitere ganz aus Edelstahl (150,- €).
Optional können Sie die Tränke mit einem Bodenspieß (10,- €) erhalten und diesen dann auch – wie bei unserem Futterhaus - mit einer Bodenplatte (20,-€)

Sie können die Vogeltränke am besten direkt in unserer Schmiede bestellen.
0291/2995-120

Im Handwerk lernt jeder von jedem

Wie lernt man eigentlich im Handwerk, was heißt es, Meister zu sein, wie können Unternehmen junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk begeistern und wie ist es um die Zukunft des Handwerks bestellt?
Fragen, auf die unser P. Abraham im Podcast "Macher im Handwerk" von Germanys Power People Antworten gibt.
Sie können dazu den Artikel lesen, der im Handwerksblatt erschienen ist.

Oder hören Sie doch gleich direkt in den Podcast herein, in dem P. Abraham interviewt wurde.

Sieg für unseren Gesellen Joshua Schirmer

Unser Geselle Joshua Schirmer ist leidenschaftlicher Metallgestalter. Das hat er im
Praktischen Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks (PLW)
eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Metallbauer der FR Metallgestaltung
holte sich in seinem Handwerk den Titel erster Kammersieger in Südwestfalen.
An diesem Erfolg ist unsere Schmiede als Ausbildungsbetrieb
maßgeblich beteiligt.
Einen Blick in die Schmiede warfen jetzt auch der Präsident der Handwerkskammer
Südwestfalen, Jochen Renfordt, und Geschäftsführer Fabian Bräutigam. Sie
überbrachten nicht nur die Glückwünsche der Kammer, sondern auch quasi
als Bescherung vor dem Fest ein Überraschungspaket. Da aufgrund der
Situation eine offizielle Feier in großer Runde nicht stattfinden kann, besucht
die HwK die Kammer-, Landes- und Bundessieger im Betrieb.
Die hervorragende Ausbildungsquote in den Handwerksbetrieben der Abtei
lobte Präsident Renfordt und dankte für den Einsatz von Ausbilder und
Metallbauermeister Christoph Falke und Pater Abraham, ebenfalls
Handwerksmeister und kreativer Kopf der Schmiede.
Seine berufliche Zukunft sieht der Joshua Schirmer weiterhin in der Klosterschmiede:
Der Meister ist fest eingeplant – als Teilzeitkurs. Das sei, so Pater Abraham, der
selbst diesen Weg gegangen ist, die „menschliche Qualifikation“ und
Herausforderung.

Leben nach der Pandemie – die Kultur des Hörens

Hören

“Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast.”
RB Prol. 1

Viele wissen es, so beginnt unsere Klosterregel, die der heilige Benedikt vor über 1200 Jahren geschrieben und seinen Mönchen mitgegeben hat. Alles beginnt also mit dem Hören und damit, sein Ohr zu neigen. 

Wenn wir über unsere Zukunft nachdenken, gerade angesichts der Pandemie, dann gehört das Hören für mich ganz wesentlich dazu. Es geht nicht nur um das schlichte Zuhören. Das ist ohne Zweifel richtig, aber Hören und Zuhören gehen tiefer. 

Es ist die Bereitschaft zu lauschen, wahrzunehmen, sich Zeit zu lassen und abzuwarten. Man kann das Hören nicht beschleunigen, es hat seine eigene Zeit.

Mit dem Hören beginnt die Wahrnehmung, das Sich-einlassen auf diese Welt und das Leben. Ich lausche dem Leben. Das Hören ist die kontemplative Grundhaltung, um die Welt zu erkunden.

Wer nicht mehr lauscht, verliert den Bezug und jegliche Beziehung - nicht nur zu den Menschen, sondern auch zu allem, was uns umgibt. Und lauschen heißt nicht, der vernehmbaren Stimme zuzuhören, den Worten zu folgen und zu deuten. Lauschen kann ich auch in den Augen des anderen, im Gesicht gegenüber, in dem Ausdruck von Sehnsucht und Lebenswille in Pflanzen und Tieren.

Ich wünsche mir für die Zukunft nach Corona (oder vielleicht sogar mit Corona) eine neue Wertschätzung für das Leben und die Lebendigkeit, eine Offenheit, dem Leben zu lauschen, einfach still sein und warten, was sich zeigt. Wir wissen heute sehr genau, dass selbst Blumen auf uns reagieren, dass Pflanzen sich beispielsweise selber narkotisieren, bevor sie gepflückt oder gegessen werden.

Als Gesellschaft lernen wir gerade, wie sehr wir das Tierwohl vernachlässigt haben, wie sehr wir Tiere als Produkt unseres Interesses sehen und nicht als das, was sie sind: lebendige Wesen mit eigenen Rechten. Und wir werden lernen müssen, dass Pflanzen ebenfalls lebendige Wesen sind - anders als Tier und Mensch und doch lebendig. 

Und das lernen wir am besten, indem wir uns Zeit für das Hören nehmen.

Manchmal sagen wir über jemanden, er könne das Gras wachsen hören. Es ist eine Redewendung. Aber tatsächlich geht es auch darum, wieder das Gras wachsen zu hören - nicht nur als Redewendung, sondern als Bild für eine Haltung der Achtung und der Neugierde.

Denn wer lauscht, wer dem Gras zuhört, der kann in gewisser Weise tatsächlich das Gras wachsen hören.

Es gibt diese tiefe Sehnsucht in vielen Menschen, wieder im Einklang mit der Natur leben zu können, nicht mehr als feindliches Gegenüber, nicht mehr als Ausbeuter, sondern wie ein guter Gärtner.

Und genau darum geht es beim tiefen Hören, den Klang zu hören, mit dem wir mitgehen und der zum Einklang führt.

Leben nach der Pandemie – die Kultur der Ehrfurcht

Ehrfurcht 23

Auch wenn es so wirken mag, die Corona-Zeit ist noch nicht vorbei. Zwar gehen alle relevanten Zahlen auf ein beruhigendes Maß nach unten, doch sollten wir uns nicht täuschen lassen, dass spätestens im Herbst die Zahlen wieder steigen werden.

Es macht also weiterhin Sinn, sich Gedanken zu machen, wie unsere Welt nach der Corona-Krise aussehen soll.

Zwar war die Gesellschaft bei der Gründung des ersten Benediktinerklosters auf dem Montecassino im vierten Jahrhundert nicht dadurch beeinträchtigt, dass ein Virus sein Unwesen trieb. Wohl aber musste man mit der Völkerwanderung zurecht kommen, was verständlicherweise zu einer gehörigen Verunsicherung und zu vielen Ängsten führte. Vielleicht ist daher diese damalige Zeit der unsrigen gar nicht so fremd.

Auf alle Fälle lohnt sich ein Blick in die Regel Benedikts, um einmal zu schauen, wie er sein Kloster als Gegenbild der verunsicherten Gesellschaft von damals aufbauen wollte.

Ich möchte in den nächsten Wochen einige Begriffe vorstellen, die meines Erachtens von Bedeutung für eine Zukunft nach der Pandemie sein können. Es sind alles Begriffe, die sich aus der Benediktsregel ableiten lassen.

In unserem Blog geht es neben den Berichten von Neuigkeiten aus unseren Betrieben und der Vorstellung neuer Produkte immer auch darum, Hilfe und Unterstützung zu einem wertvollen Leben zu geben. Benedikt hat diese Unterstützung auf seine Weise und in seiner Zeit in seiner Regel formuliert. Es ist daher ein guter Augenblick, vertieft in diese antike Schrift zu blicken.

Ehrfurcht

Spricht man einander an, so darf keiner den anderen mit dem bloßen Namen anreden, sondern die Älteren sollen die Jüngeren "Bruder" nennen, die Jüngeren aber die Älteren "nonnus", was soviel wie "ehrwürdiger Vater" heißt. Der Abt aber werde mit "Herr" und "Abt" angeredet, weil man im Glauben erkennt, dass er Christi Stelle vertritt. Das maßt er sich nicht selbst an, vielmehr geschieht dies aus Ehrfurcht und Liebe zu Christus.
RB 63, 10-13

Ehrfurcht ist ein altmodisch klingender Begriff, der uns längst nicht mehr geläufig ist. Er schmeckt schnell nach Angst, nach höfischem Gehabe und seltsamer Demut. Und doch ist dieser Begriff wichtig, kann er uns eine neue Sicht nicht nur auf unsere Mitmenschen, sondern ebenfalls auf diese Welt, auf uns und auf all das werfen, mit dem wir zu tun haben.

Für Benedikt ist der Begriff Ehrfurcht von großer Bedeutung. Im Grunde wird alles in seinem Kloster ehrfürchtig getan, alles strahlt eine Aura der Ehrfurcht aus. Wie die Brüder miteinander umgehen, wie man mit den Oberen spricht, wie man mit Dingen und Gegenständen hantiert und man könnte als Aktualisierung fortsetzen: Es geht auch darum, ehrfürchtig mit Tieren und Pflanzen umzugehen.

Was ist der Kern der Ehrfurcht?

Seine absolute Sinnspitze findet der Begriff “Ehrfurcht” in der Vorstellung Benedikts, dass wir im Anderen jeweils Christus begegnen. Die Präsenz und Gegenwart Gottes in meinem Gegenüber und mein daraus sich ergebendes Verhalten ist der Kern der Ehrfurcht.

Was bedeutet das für unsere Zukunft?

Intellektuell wissen wir alle, dass wir ein neues Verhältnis zu unserer Umwelt und zu unseren Mitmenschen brauchen. Spirituell kann das heißen, die Gegenwart Gottes in allem, was uns umgibt und zu dem wir uns beziehen, zu erkennen. Dafür aber müssen wir ein wenig davon wegkommen, Gott nur noch als Gegenüber und von uns getrennt zu begreifen. Gott ist wirklich in dieser Welt gegenwärtig und erfahrbar. Theologisch umfasst das der Begriff des Panentheismus, diese Zweiheit: Gott als derjenige, der der Welt gegenüber steht und der gleichzeitig in ihr auf geheimnisvolle Weise präsent ist.

Ich habe den Eindruck, dass wir das noch gar nicht erfasst haben, dass uns diese Art, die Welt zu betrachten, noch gar nicht bewusst ist.

Aus der Vorstellung, dass Gott in jedem Menschen, in jedem Tier, ja, in dieser Welt präsent und erfahrbar ist, ergibt sich eine eigene Würde von allem Lebendigem und symbolisch gesehen eine große Verneigung vor Pflanzen, Tieren und Menschen.

Gerade wird viel über Rassismus debattiert - in einem so verstandenen christlichen Verständnis des Menschen ist Rassismus undenkbar und unhaltbar.

Mehr Ehrfurcht voreinander und vor dem, was lebt, das könnte eine Spur in eine andere und bessere Zukunft sein.

Was meinen Sie?

Zahl des Monats Januar

Zahlen spielen in einem Betrieb immer eine wichtige Rolle, das ist auch im Kloster nicht anders. Über Zahlen kann man aber auch einen Betrieb gut kennen lernen. Überall gibt es Zahlen zu entdecken: Die Anzahl an Kunden im Laden, die Anzahl an Kuchenstückchen, die jeden Tag herausgegeben werden, die Anzahl an Tonnen von Holz, die im Jahr in unserer Tischlerei verarbeitet werden... und so könnte ich fortfahren.

Es lohnt sich auf alle Fälle, sich den Klosterberg einmal allein über eine Zahl zu erschließen. Und Sie werden merken, dass  es manche auch kuriose Zahl gibt, die Sie gewiss noch nicht kennen.

Beginnen aber möchten wir mit einer gar nicht so kuriosen Zahl im Januar.

109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen wir in der AbteiWaren GmbH. Wollte man alle Angestellten auf dem Klosterberg zählen, so müssten wir noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schule, in den Gästehäuser und die Angestellte des Klosters hinzuzählen und hätten eine weitaus größere Anzahl.

109 Angestellte, davon sind 45 Männer und 63 Frauen. Derzeit haben wir 6 Auszubildende: zwei in der Schmiede, einen in der Tischler, zwei als Köche in der Küche und eine Konditorin.
Nicht mitgezählt sind übrigens die Mönche. Derzeit arbeiten 15 Mönche für die AbteiWaren. Von Bruder Elmar, der in der Verwaltung das Geld zählt, über Bruder Marcus, der unsere IT mit verwaltet, bis hin zu Bruder Antonius als Metzger und Pater Prior Abraham, der als Geschäftsführer und Meister in der Schmiede tätig ist.

Und wenn wir schon so viel über unsere Angestellten sprechen, dann möchten wir uns an dieser Stelle einmal mehr herzlich für das Engagement bedanken.

Gesellenprüfung bestanden

Unser Azubi Joshua Schirmer hat seine Gesellenprüfung am 9.1.2020 erfolgreich bestanden.
Der Gesellenprüfungsausschuß der Handwerkskammer Südwestfalen hatte das „Firmenschild“ vorgeben. Joshua Schirmer hat sich für eine Kombination aus geschmiedetem Stahl, anodisiertem Titan und Damaszenerstahl entschieden. Dabei werden traditionelle Schmiedetechniken (Stahl), die historische und gestalterische Besonderheit des Damastschweißens und ein hochmodernes technisches Material (Titan) in eine Kombination gebracht. Außerdem findet sich in der Gestaltung ein Stück Kettenhemd, das allerdings zugekauft wurde.

Joshua Schirmer beschäftigt sich in seiner Freizeit ausgiebig mit Geschichte. Mittelalterschmiede und die Tradition der Wikinger sind seine besonderen Themen. Das kommt im Entwurf seines Gesellenstücks deutlich zum Tragen. Sein Entwurf ist daher eine wirklich persönliche Aussage zur Vorgabe des Prüfungsausschusses.

Ein Dank gilt an dieser Stelle Christoph Falke und dem Team der Schmiede, die unseren Auszubildenden in den 3,5 Jahren intensiv begeleitet haben.

Herr Schirmer wird zukünftig als Geselle das Schmiedeteam der Abteiwaren Königsmünster GmbH weiter verstärken.
Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Werdegang alles Gute und Gottes Segen! – eine bestandene Prüfung ist im Grunde „nur“ eine Erlaubnis zum Weiterlernen…

Im Mai letzten Jahres führten wir mit Joshua Schirmer ein Interview zu seiner Arbeit und Ausbildung. Es lohnt sich, es sich jetzt (nochmals) anzuhören: