Kategorie: Handwerk

Beiträge, die die Schmiede, Weberei oder Tischlerei betreffen

Leben nach der Pandemie – die Kultur des Hörens

Hören

“Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast.”
RB Prol. 1

Viele wissen es, so beginnt unsere Klosterregel, die der heilige Benedikt vor über 1200 Jahren geschrieben und seinen Mönchen mitgegeben hat. Alles beginnt also mit dem Hören und damit, sein Ohr zu neigen. 

Wenn wir über unsere Zukunft nachdenken, gerade angesichts der Pandemie, dann gehört das Hören für mich ganz wesentlich dazu. Es geht nicht nur um das schlichte Zuhören. Das ist ohne Zweifel richtig, aber Hören und Zuhören gehen tiefer. 

Es ist die Bereitschaft zu lauschen, wahrzunehmen, sich Zeit zu lassen und abzuwarten. Man kann das Hören nicht beschleunigen, es hat seine eigene Zeit.

Mit dem Hören beginnt die Wahrnehmung, das Sich-einlassen auf diese Welt und das Leben. Ich lausche dem Leben. Das Hören ist die kontemplative Grundhaltung, um die Welt zu erkunden.

Wer nicht mehr lauscht, verliert den Bezug und jegliche Beziehung - nicht nur zu den Menschen, sondern auch zu allem, was uns umgibt. Und lauschen heißt nicht, der vernehmbaren Stimme zuzuhören, den Worten zu folgen und zu deuten. Lauschen kann ich auch in den Augen des anderen, im Gesicht gegenüber, in dem Ausdruck von Sehnsucht und Lebenswille in Pflanzen und Tieren.

Ich wünsche mir für die Zukunft nach Corona (oder vielleicht sogar mit Corona) eine neue Wertschätzung für das Leben und die Lebendigkeit, eine Offenheit, dem Leben zu lauschen, einfach still sein und warten, was sich zeigt. Wir wissen heute sehr genau, dass selbst Blumen auf uns reagieren, dass Pflanzen sich beispielsweise selber narkotisieren, bevor sie gepflückt oder gegessen werden.

Als Gesellschaft lernen wir gerade, wie sehr wir das Tierwohl vernachlässigt haben, wie sehr wir Tiere als Produkt unseres Interesses sehen und nicht als das, was sie sind: lebendige Wesen mit eigenen Rechten. Und wir werden lernen müssen, dass Pflanzen ebenfalls lebendige Wesen sind - anders als Tier und Mensch und doch lebendig. 

Und das lernen wir am besten, indem wir uns Zeit für das Hören nehmen.

Manchmal sagen wir über jemanden, er könne das Gras wachsen hören. Es ist eine Redewendung. Aber tatsächlich geht es auch darum, wieder das Gras wachsen zu hören - nicht nur als Redewendung, sondern als Bild für eine Haltung der Achtung und der Neugierde.

Denn wer lauscht, wer dem Gras zuhört, der kann in gewisser Weise tatsächlich das Gras wachsen hören.

Es gibt diese tiefe Sehnsucht in vielen Menschen, wieder im Einklang mit der Natur leben zu können, nicht mehr als feindliches Gegenüber, nicht mehr als Ausbeuter, sondern wie ein guter Gärtner.

Und genau darum geht es beim tiefen Hören, den Klang zu hören, mit dem wir mitgehen und der zum Einklang führt.

Leben nach der Pandemie – die Kultur der Ehrfurcht

Ehrfurcht 23

Auch wenn es so wirken mag, die Corona-Zeit ist noch nicht vorbei. Zwar gehen alle relevanten Zahlen auf ein beruhigendes Maß nach unten, doch sollten wir uns nicht täuschen lassen, dass spätestens im Herbst die Zahlen wieder steigen werden.

Es macht also weiterhin Sinn, sich Gedanken zu machen, wie unsere Welt nach der Corona-Krise aussehen soll.

Zwar war die Gesellschaft bei der Gründung des ersten Benediktinerklosters auf dem Montecassino im vierten Jahrhundert nicht dadurch beeinträchtigt, dass ein Virus sein Unwesen trieb. Wohl aber musste man mit der Völkerwanderung zurecht kommen, was verständlicherweise zu einer gehörigen Verunsicherung und zu vielen Ängsten führte. Vielleicht ist daher diese damalige Zeit der unsrigen gar nicht so fremd.

Auf alle Fälle lohnt sich ein Blick in die Regel Benedikts, um einmal zu schauen, wie er sein Kloster als Gegenbild der verunsicherten Gesellschaft von damals aufbauen wollte.

Ich möchte in den nächsten Wochen einige Begriffe vorstellen, die meines Erachtens von Bedeutung für eine Zukunft nach der Pandemie sein können. Es sind alles Begriffe, die sich aus der Benediktsregel ableiten lassen.

In unserem Blog geht es neben den Berichten von Neuigkeiten aus unseren Betrieben und der Vorstellung neuer Produkte immer auch darum, Hilfe und Unterstützung zu einem wertvollen Leben zu geben. Benedikt hat diese Unterstützung auf seine Weise und in seiner Zeit in seiner Regel formuliert. Es ist daher ein guter Augenblick, vertieft in diese antike Schrift zu blicken.

Ehrfurcht

Spricht man einander an, so darf keiner den anderen mit dem bloßen Namen anreden, sondern die Älteren sollen die Jüngeren "Bruder" nennen, die Jüngeren aber die Älteren "nonnus", was soviel wie "ehrwürdiger Vater" heißt. Der Abt aber werde mit "Herr" und "Abt" angeredet, weil man im Glauben erkennt, dass er Christi Stelle vertritt. Das maßt er sich nicht selbst an, vielmehr geschieht dies aus Ehrfurcht und Liebe zu Christus.
RB 63, 10-13

Ehrfurcht ist ein altmodisch klingender Begriff, der uns längst nicht mehr geläufig ist. Er schmeckt schnell nach Angst, nach höfischem Gehabe und seltsamer Demut. Und doch ist dieser Begriff wichtig, kann er uns eine neue Sicht nicht nur auf unsere Mitmenschen, sondern ebenfalls auf diese Welt, auf uns und auf all das werfen, mit dem wir zu tun haben.

Für Benedikt ist der Begriff Ehrfurcht von großer Bedeutung. Im Grunde wird alles in seinem Kloster ehrfürchtig getan, alles strahlt eine Aura der Ehrfurcht aus. Wie die Brüder miteinander umgehen, wie man mit den Oberen spricht, wie man mit Dingen und Gegenständen hantiert und man könnte als Aktualisierung fortsetzen: Es geht auch darum, ehrfürchtig mit Tieren und Pflanzen umzugehen.

Was ist der Kern der Ehrfurcht?

Seine absolute Sinnspitze findet der Begriff “Ehrfurcht” in der Vorstellung Benedikts, dass wir im Anderen jeweils Christus begegnen. Die Präsenz und Gegenwart Gottes in meinem Gegenüber und mein daraus sich ergebendes Verhalten ist der Kern der Ehrfurcht.

Was bedeutet das für unsere Zukunft?

Intellektuell wissen wir alle, dass wir ein neues Verhältnis zu unserer Umwelt und zu unseren Mitmenschen brauchen. Spirituell kann das heißen, die Gegenwart Gottes in allem, was uns umgibt und zu dem wir uns beziehen, zu erkennen. Dafür aber müssen wir ein wenig davon wegkommen, Gott nur noch als Gegenüber und von uns getrennt zu begreifen. Gott ist wirklich in dieser Welt gegenwärtig und erfahrbar. Theologisch umfasst das der Begriff des Panentheismus, diese Zweiheit: Gott als derjenige, der der Welt gegenüber steht und der gleichzeitig in ihr auf geheimnisvolle Weise präsent ist.

Ich habe den Eindruck, dass wir das noch gar nicht erfasst haben, dass uns diese Art, die Welt zu betrachten, noch gar nicht bewusst ist.

Aus der Vorstellung, dass Gott in jedem Menschen, in jedem Tier, ja, in dieser Welt präsent und erfahrbar ist, ergibt sich eine eigene Würde von allem Lebendigem und symbolisch gesehen eine große Verneigung vor Pflanzen, Tieren und Menschen.

Gerade wird viel über Rassismus debattiert - in einem so verstandenen christlichen Verständnis des Menschen ist Rassismus undenkbar und unhaltbar.

Mehr Ehrfurcht voreinander und vor dem, was lebt, das könnte eine Spur in eine andere und bessere Zukunft sein.

Was meinen Sie?

10 Tipps für Deine Morgenroutine

Für fast alle gilt, dass wir morgens ab dem Aufstehen eine festgelegte Reihenfolge an Aktionen starten: Aufstehen, Duschen, Zähne putzen, Kaffee kochen, Hund füttern, Zeitung lesen, Brot schmieren, Tasche packen ...
Der Morgen bestimmt stark, wie wir uns im Tage fühlen, er ist das Eingangstor zum Tag. Grund genug, sich einmal darüber Gedanken zu machen, wie denn ein Morgen aussehen könnte, der uns einen wunderbaren tag vorbereitet. Ich habe 10 Tipps für Dich, was Du tun kannst. Denn gerade ein wertvolles Leben hat einen Morgen!

Zahl des Monats Januar

Zahlen spielen in einem Betrieb immer eine wichtige Rolle, das ist auch im Kloster nicht anders. Über Zahlen kann man aber auch einen Betrieb gut kennen lernen. Überall gibt es Zahlen zu entdecken: Die Anzahl an Kunden im Laden, die Anzahl an Kuchenstückchen, die jeden Tag herausgegeben werden, die Anzahl an Tonnen von Holz, die im Jahr in unserer Tischlerei verarbeitet werden... und so könnte ich fortfahren.

Es lohnt sich auf alle Fälle, sich den Klosterberg einmal allein über eine Zahl zu erschließen. Und Sie werden merken, dass  es manche auch kuriose Zahl gibt, die Sie gewiss noch nicht kennen.

Beginnen aber möchten wir mit einer gar nicht so kuriosen Zahl im Januar.

109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen wir in der AbteiWaren GmbH. Wollte man alle Angestellten auf dem Klosterberg zählen, so müssten wir noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schule, in den Gästehäuser und die Angestellte des Klosters hinzuzählen und hätten eine weitaus größere Anzahl.

109 Angestellte, davon sind 45 Männer und 63 Frauen. Derzeit haben wir 6 Auszubildende: zwei in der Schmiede, einen in der Tischler, zwei als Köche in der Küche und eine Konditorin.
Nicht mitgezählt sind übrigens die Mönche. Derzeit arbeiten 15 Mönche für die AbteiWaren. Von Bruder Elmar, der in der Verwaltung das Geld zählt, über Bruder Marcus, der unsere IT mit verwaltet, bis hin zu Bruder Antonius als Metzger und Pater Prior Abraham, der als Geschäftsführer und Meister in der Schmiede tätig ist.

Und wenn wir schon so viel über unsere Angestellten sprechen, dann möchten wir uns an dieser Stelle einmal mehr herzlich für das Engagement bedanken.


Gesellenprüfung bestanden

Unser Azubi Joshua Schirmer hat seine Gesellenprüfung am 9.1.2020 erfolgreich bestanden.
Der Gesellenprüfungsausschuß der Handwerkskammer Südwestfalen hatte das „Firmenschild“ vorgeben. Joshua Schirmer hat sich für eine Kombination aus geschmiedetem Stahl, anodisiertem Titan und Damaszenerstahl entschieden. Dabei werden traditionelle Schmiedetechniken (Stahl), die historische und gestalterische Besonderheit des Damastschweißens und ein hochmodernes technisches Material (Titan) in eine Kombination gebracht. Außerdem findet sich in der Gestaltung ein Stück Kettenhemd, das allerdings zugekauft wurde.

Joshua Schirmer beschäftigt sich in seiner Freizeit ausgiebig mit Geschichte. Mittelalterschmiede und die Tradition der Wikinger sind seine besonderen Themen. Das kommt im Entwurf seines Gesellenstücks deutlich zum Tragen. Sein Entwurf ist daher eine wirklich persönliche Aussage zur Vorgabe des Prüfungsausschusses.

Ein Dank gilt an dieser Stelle Christoph Falke und dem Team der Schmiede, die unseren Auszubildenden in den 3,5 Jahren intensiv begeleitet haben.

Herr Schirmer wird zukünftig als Geselle das Schmiedeteam der Abteiwaren Königsmünster GmbH weiter verstärken.
Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Werdegang alles Gute und Gottes Segen! – eine bestandene Prüfung ist im Grunde „nur“ eine Erlaubnis zum Weiterlernen…

Im Mai letzten Jahres führten wir mit Joshua Schirmer ein Interview zu seiner Arbeit und Ausbildung. Es lohnt sich, es sich jetzt (nochmals) anzuhören:

Segen unterstützt

Immer wieder kommen Menschen an unsere Klosterpforte mit der Bitte, einen Gegenstand segnen zu lassen. Oft handelt es sich um ein Kreuz aus der Schmiede oder um eine kleine Devotionalie aus dem Klosterladen. Der Segen bedeutet auch heutigen Menschen viel. Auch wenn vieles an der Kirche derzeit altmodisch und verstaubt erscheint, „an Gottes Segen ist allen gelegen“. Das erinnert mich an die Verheißung Gottes an Abraham in Genesis (Gen 12,3f) „Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; ... Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.“ Vielleicht wäre das eine der fundamentalen Weisungen Gottes an alle Glaubenden: Sie sind beauftragt, zum Segen
für andere zu werden.

Jeder kann segnen

Daher ist das Segnen jedermann und jederfrau möglich. Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter uns immer ein Kreuz auf die Stirne zeichnete, wenn ich frühmorgens als Kind zusammen mit meinem Bruder zum Schulbus aufbrach. – Kein großer Akt, aber wichtig. Mit diesem Segen waren wir irgendwie „gottemfohlen“. Die Mutter war sich sicher, dass der Segen uns behüten würde und wir Kinder wurden vergewissert, dass wir - in einem „größeren“ aufgehoben - unsere Wege finden würden.

Was bedeutet es also zu segnen?

Das Wort Segen (althochdeutsch segan) kommt vom lateinischen Wort signum, was soviel wie Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen und ab dem späten 2. Jahrhundert auch
Kreuzzeichen bedeutet. Es bezeichnet im Christentum ein Gebet verbunden mit einem
Gestus. Auf diese Weise wird Menschen oder Dingen die Gnade Gottes zugesprochen. Der christliche Begriff Segnen entspricht dem lateinischen Wort benedicere aus bene („gut“) und dicere („sagen“). Es meint also, von jemandem gut zu sprechen, jemanden zu loben. Dass unser Ordensvater den Namen „Benedictus“ trägt, also ein „Gesegneter“ ist, gibt der ganzen Ordensfamilie eine Prägung, selbst zum Segen zu werden.
Hier könnten die Skeptiker ansetzen – es stellt sich die Frage, ob Worte denn verändernde Kraft haben können, ob Worte ja vielleicht sogar Wirklichkeit oder gar Schicksal beeinflussen können. Die Sprachforschung hat zu diesem Zusammenhang in den 1950er Jahren den Begriff „Performativ“ entwickelt. Darunter versteht man eine „Sprachhandlung“. Das bedeutet, dass das Sprechen nicht nur eine Sache bezeichnet oder beschreibt, sondern dass das Sprechen vielmehr selbst eine Handlung wird, die Tatsachen hervorbringt. Im Augenblick des Sprechens wird die Aussage Wirklichkeit. „Sie sind hiermit zu …. verurteilt!“ in dem Moment, in dem der Richter das ausspricht, hat das Urteil Rechtskraft. Das Wort erzeugt also Realität. „Wir nennen unseren neugeborenen Sohn Johannes“ wäre dann auch ein Wort, das wirkt.

Worte können Wirklichkeit verändern

Ein weiteres Beispiel ist das „Ich liebe Dich!“ Wenn uns das zugesprochen wird, kann sich vieles verändern: bei Verliebten steigt der Blutdruck, der Körper sendet Glückshormone aus und im Strom der Liebe ist manchen Menschen etwas möglich, das sie sich vorher niemals zugetraut hätten. Worte können also Wirklichkeit verändern. Dabei ist die Wirksamkeit dieser realitätsschaffenden Worte allerdings an einen gemeinsamen kulturellen, sozialen oder geisteswissenschaftlichen Kontext gebunden. Die Aussage „Es werde Licht…“ ist zumindest im menschlichen Kontext kein zielführendes Performativ.

Die klassische Segensformel „Ich segne dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ verändert also nicht das Stück Eisen, aus dem ein Wandkreuz gemacht ist, aber dieses wird in den Kontext Gottes gesetzt und aus dem rein Materiellen in eine andere Wirklichkeit gehoben. Zum gesprochenen Wort gehört nun immer auch ein Gestus. Eben das Zeichen des Kreuzes oder das Besprengen mit Weihwasser. Die Kombination von Wort und Geste ist die Grundlage eines religiösen Rituals.

Es braucht Übung

Viele Menschen fühlen sich durch den Segen in ihrem Leben unterstützt, denn er spricht Hoffnung und Heilsein von Gott her zu. Obwohl wir das natürlich auch so wissen könnten, tun erinnernde Zeichen und Gesten gut. Es liegt nämlich in der Sache des Spirituellen, dass es nie so ganz manifest und handhabbar sein kann. Wie übrigens bei anderen zwischenmenschlichen Werten, braucht es Übung und Erinnerung, um diese immer wieder im Bewusstsein zu halten. Vertrauen zum Beispiel ist eine ständige Übung. Haltungen brauchen Zeichen und Akte der ständigen Vergegenwärtigung.

Das gilt auch für den Segen. Wird er noch von einem Fachmann gesprochen, so wird dem Ritual manchmal sogar nur deshalb geglaubt. Das legt jenem Fachmann eine große Verantwortung auf: Er stellt seine eigene Person in den Hintergrund und spricht im Namen eines anderen und größeren. Obwohl durch Wort und Gestus völlig einleuchtend ist, wer wirklich segnet – nämlich Gott allein – ist es für viele Menschen trotzdem wichtig, dass ein Priester die Dinge segnet.

Viele Menschen kommen nach wie vor an die Klosterpforte und bitten einen unserer Priester um den Segen für ihre Dinge, ihre Anliegen, für Fahrzeuge oder auch für sich selbst. Seien Sie herzlich willkommen!

Benedicere im Internet

Wir möchten aber auch die Chancen moderner Technik nutzen: Bei der Einrichtung unseres neuen Online-Shops www.abteiladen.de bieten wir an, dass die Bestellungen gesegnet werden. Der Segen wird durch ein kleines Zertifikat dokumentiert. Nicht immer haben die Priester in den immer größer werdenden Gemeinden Zeit und Raum für diese kleinen und wichtigen Gesten. Vielleicht ist es eine kleine Entlastung, wenn wir den kleinen – selbstverständlich kostenfreien – Dienst anbieten. „Da habt Ihr ja einen echten Marktvorteil vor Euren Mitbewerbern“ – war der Kommentar eines Bestellers. Ich kann ihm nur zustimmen. Wenn ich in die Abteischmiede komme und es liegen dort einige offene Pakete mit religiösen Gegenständen, dann gehört es neuerdings zu meinen Aufgaben, diese zu segnen und das Zertifikat zu unterschreiben. So wird an einem eigentlich profanen wirtschaftlichen Ort unseres Klosters gebetet. „Ora et Labora“ und „benedicere“ ist nicht umsonst eine der Maximen des Benediktinerordens.

P. Abraham Fischer OSB

Interview mit Bruder Alexander Aust, Handweber

Die Handweberei gehört sicherlich nicht zu den bekanntesten Handwerksbetrieben und wohl auch nicht zu den größten. Ist ist aber ein altes Handwerk, das auch in der Bibel mehrfach vorkommt. Weben ist ja die Kunst, Fäden so miteinander zu verbinden, dass ein Gewebe entsteht, also eine Verkettung von Fäden zu einem Stoff.

Ich habe mit Bruder Alexander über seine Arbeit gesprochen, gerade auch, weil seine Arbeit auf dem Klosterberg weniger sichtbar ist. Er arbeitet meistens auf Bestellung und die Stoffe und die daraus gefertigten Messgewänder sind dann an anderen Orten zu bestaunen. So hat das Bistum Hildesheim vor ein paar Jahren mehrere Messgewänder für feierliche Anlässe bestellt und erhalten.