Kategorie: Abteiladen Olsberg

Warum die Schokolade ins Kloster gehört

Schokolade

Kauen oder lutschen? Das ist die entscheidende Frage, die Schokoladenfreunde lange diskutieren können. Die richtige Art Schokolade zu sich zu nehmen, gleicht teilweise einer Glaubensfrage. Überhaupt ist Schokolade mehr als eine Süßigkeit, mehr als eine Kleinigkeit für Zwischendurch oder einfach nur ein kleines Mitbringsel.

Schokolade ist die “Speise der Götter”, wie sie auch genannt wird und bekommt damit sogar einen transzendenten Bezug. Herausragender und edler kann man eine Speise nicht  benennen. Die große Fangemeinde und die Liebhaber der braun-schwarzen Tafeln lieben den zarten Schmelz auf der Zunge, das langsame Zergehen des kleinen Riegels, den man zuvor von der Tafel abbrach. Es ist dieser Geschmack, der sich im ganzen Mund verbreitet und der mit vollmundig nur unzureichend beschrieben werden kann. Es ist eben tatsächlich die Speise der Götter!

Den Genuss der Schokolade verdanken wir den Azteken in Mexiko. Sie kochten die zerriebenen Kakaobohnen mit Wasser, was sie “atl” nannten. Dann würzten sie es mit Pfeffer, Mais und Vanille und nannten das wiederum “xococ”. Und wenn man beide Worte zu einem Wort zusammenfügt, dann erhält man das Wort “xococatl” - was unserem Wort “Schokolade” schon sehr nahe kommt und sich tatsächlich auch davon ableitet.

Die Eroberer brachten dieses Getränk - es waren noch keine Tafeln wie heute -  dann mit nach Europa, wo es vor allem von Adeligen und dem wohlhabendem Bürgertum geschätzt wurde, das Volk konnte sich Schokolade ohnehin nicht leisten.

Verfeinert mit Honig und Zucker, fand es rasch viele Freunde in Europa und die Einfuhr stieg stark an.Erst im 19.Jahrhundert begann man, die Produktpalette auszuweiten und es entstanden die ersten Tafeln, wie wir sie heute kennen. Erste große Firmen wurden gegründet, deren Geschäftsmodell sich auf die Herstellung und Verbreitung von Schokolade konzentrierte. Darunter für Schokoladenfreunde so klangvollen Namen wie Suchard, Stollwerck, Sprüngli, Sprengel, Sarotti und Lind.

So wurde Schokolade relativ schnell zu einem Massenartikel, den sich viele Menschen leisten konnten. Zugleich aber gab es die großen und kleinen Täfelchen, die Pralinen, Osterhäschen, Nikoläuse und Weihnachtsmänner und Brotaufstriche immer auch als handwerklich hergestelltes und herausragendes Produkt.
Und genau so machen wir es in unserer Patisserie.

Schokolade und Kloster, passt das zusammen?

Es gibt kaum ein anderes Genussmittel - vielleicht neben dem Bier - was sich so gut in das klösterliche Leben einpasst. Warum? Schokolade bricht nach alter Tradition nicht das Fasten. Und wenn der heiligen Benedikt schreibt, dass der Mönch eigentlich das ganze Jahr über fasten sollte, kann der Schokoladenfreund angesichts dieser alten Tradition darüber nur milde lächeln. Er oder sie ist auf der sicheren Seite.