Kategorie: Abteiladen

Zahl des Monats Januar

Zahlen spielen in einem Betrieb immer eine wichtige Rolle, das ist auch im Kloster nicht anders. Über Zahlen kann man aber auch einen Betrieb gut kennen lernen. Überall gibt es Zahlen zu entdecken: Die Anzahl an Kunden im Laden, die Anzahl an Kuchenstückchen, die jeden Tag herausgegeben werden, die Anzahl an Tonnen von Holz, die im Jahr in unserer Tischlerei verarbeitet werden... und so könnte ich fortfahren.

Es lohnt sich auf alle Fälle, sich den Klosterberg einmal allein über eine Zahl zu erschließen. Und Sie werden merken, dass  es manche auch kuriose Zahl gibt, die Sie gewiss noch nicht kennen.

Beginnen aber möchten wir mit einer gar nicht so kuriosen Zahl im Januar.

109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen wir in der AbteiWaren GmbH. Wollte man alle Angestellten auf dem Klosterberg zählen, so müssten wir noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schule, in den Gästehäuser und die Angestellte des Klosters hinzuzählen und hätten eine weitaus größere Anzahl.

109 Angestellte, davon sind 45 Männer und 63 Frauen. Derzeit haben wir 6 Auszubildende: zwei in der Schmiede, einen in der Tischler, zwei als Köche in der Küche und eine Konditorin.
Nicht mitgezählt sind übrigens die Mönche. Derzeit arbeiten 15 Mönche für die AbteiWaren. Von Bruder Elmar, der in der Verwaltung das Geld zählt, über Bruder Marcus, der unsere IT mit verwaltet, bis hin zu Bruder Antonius als Metzger und Pater Prior Abraham, der als Geschäftsführer und Meister in der Schmiede tätig ist.

Und wenn wir schon so viel über unsere Angestellten sprechen, dann möchten wir uns an dieser Stelle einmal mehr herzlich für das Engagement bedanken.


Gesellenprüfung bestanden

Unser Azubi Joshua Schirmer hat seine Gesellenprüfung am 9.1.2020 erfolgreich bestanden.
Der Gesellenprüfungsausschuß der Handwerkskammer Südwestfalen hatte das „Firmenschild“ vorgeben. Joshua Schirmer hat sich für eine Kombination aus geschmiedetem Stahl, anodisiertem Titan und Damaszenerstahl entschieden. Dabei werden traditionelle Schmiedetechniken (Stahl), die historische und gestalterische Besonderheit des Damastschweißens und ein hochmodernes technisches Material (Titan) in eine Kombination gebracht. Außerdem findet sich in der Gestaltung ein Stück Kettenhemd, das allerdings zugekauft wurde.

Joshua Schirmer beschäftigt sich in seiner Freizeit ausgiebig mit Geschichte. Mittelalterschmiede und die Tradition der Wikinger sind seine besonderen Themen. Das kommt im Entwurf seines Gesellenstücks deutlich zum Tragen. Sein Entwurf ist daher eine wirklich persönliche Aussage zur Vorgabe des Prüfungsausschusses.

Ein Dank gilt an dieser Stelle Christoph Falke und dem Team der Schmiede, die unseren Auszubildenden in den 3,5 Jahren intensiv begeleitet haben.

Herr Schirmer wird zukünftig als Geselle das Schmiedeteam der Abteiwaren Königsmünster GmbH weiter verstärken.
Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Werdegang alles Gute und Gottes Segen! – eine bestandene Prüfung ist im Grunde „nur“ eine Erlaubnis zum Weiterlernen…

Im Mai letzten Jahres führten wir mit Joshua Schirmer ein Interview zu seiner Arbeit und Ausbildung. Es lohnt sich, es sich jetzt (nochmals) anzuhören:

Segen unterstützt

Immer wieder kommen Menschen an unsere Klosterpforte mit der Bitte, einen Gegenstand segnen zu lassen. Oft handelt es sich um ein Kreuz aus der Schmiede oder um eine kleine Devotionalie aus dem Klosterladen. Der Segen bedeutet auch heutigen Menschen viel. Auch wenn vieles an der Kirche derzeit altmodisch und verstaubt erscheint, „an Gottes Segen ist allen gelegen“. Das erinnert mich an die Verheißung Gottes an Abraham in Genesis (Gen 12,3f) „Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; ... Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.“ Vielleicht wäre das eine der fundamentalen Weisungen Gottes an alle Glaubenden: Sie sind beauftragt, zum Segen
für andere zu werden.

Jeder kann segnen

Daher ist das Segnen jedermann und jederfrau möglich. Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter uns immer ein Kreuz auf die Stirne zeichnete, wenn ich frühmorgens als Kind zusammen mit meinem Bruder zum Schulbus aufbrach. – Kein großer Akt, aber wichtig. Mit diesem Segen waren wir irgendwie „gottemfohlen“. Die Mutter war sich sicher, dass der Segen uns behüten würde und wir Kinder wurden vergewissert, dass wir - in einem „größeren“ aufgehoben - unsere Wege finden würden.

Was bedeutet es also zu segnen?

Das Wort Segen (althochdeutsch segan) kommt vom lateinischen Wort signum, was soviel wie Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen und ab dem späten 2. Jahrhundert auch
Kreuzzeichen bedeutet. Es bezeichnet im Christentum ein Gebet verbunden mit einem
Gestus. Auf diese Weise wird Menschen oder Dingen die Gnade Gottes zugesprochen. Der christliche Begriff Segnen entspricht dem lateinischen Wort benedicere aus bene („gut“) und dicere („sagen“). Es meint also, von jemandem gut zu sprechen, jemanden zu loben. Dass unser Ordensvater den Namen „Benedictus“ trägt, also ein „Gesegneter“ ist, gibt der ganzen Ordensfamilie eine Prägung, selbst zum Segen zu werden.
Hier könnten die Skeptiker ansetzen – es stellt sich die Frage, ob Worte denn verändernde Kraft haben können, ob Worte ja vielleicht sogar Wirklichkeit oder gar Schicksal beeinflussen können. Die Sprachforschung hat zu diesem Zusammenhang in den 1950er Jahren den Begriff „Performativ“ entwickelt. Darunter versteht man eine „Sprachhandlung“. Das bedeutet, dass das Sprechen nicht nur eine Sache bezeichnet oder beschreibt, sondern dass das Sprechen vielmehr selbst eine Handlung wird, die Tatsachen hervorbringt. Im Augenblick des Sprechens wird die Aussage Wirklichkeit. „Sie sind hiermit zu …. verurteilt!“ in dem Moment, in dem der Richter das ausspricht, hat das Urteil Rechtskraft. Das Wort erzeugt also Realität. „Wir nennen unseren neugeborenen Sohn Johannes“ wäre dann auch ein Wort, das wirkt.

Worte können Wirklichkeit verändern

Ein weiteres Beispiel ist das „Ich liebe Dich!“ Wenn uns das zugesprochen wird, kann sich vieles verändern: bei Verliebten steigt der Blutdruck, der Körper sendet Glückshormone aus und im Strom der Liebe ist manchen Menschen etwas möglich, das sie sich vorher niemals zugetraut hätten. Worte können also Wirklichkeit verändern. Dabei ist die Wirksamkeit dieser realitätsschaffenden Worte allerdings an einen gemeinsamen kulturellen, sozialen oder geisteswissenschaftlichen Kontext gebunden. Die Aussage „Es werde Licht…“ ist zumindest im menschlichen Kontext kein zielführendes Performativ.

Die klassische Segensformel „Ich segne dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ verändert also nicht das Stück Eisen, aus dem ein Wandkreuz gemacht ist, aber dieses wird in den Kontext Gottes gesetzt und aus dem rein Materiellen in eine andere Wirklichkeit gehoben. Zum gesprochenen Wort gehört nun immer auch ein Gestus. Eben das Zeichen des Kreuzes oder das Besprengen mit Weihwasser. Die Kombination von Wort und Geste ist die Grundlage eines religiösen Rituals.

Es braucht Übung

Viele Menschen fühlen sich durch den Segen in ihrem Leben unterstützt, denn er spricht Hoffnung und Heilsein von Gott her zu. Obwohl wir das natürlich auch so wissen könnten, tun erinnernde Zeichen und Gesten gut. Es liegt nämlich in der Sache des Spirituellen, dass es nie so ganz manifest und handhabbar sein kann. Wie übrigens bei anderen zwischenmenschlichen Werten, braucht es Übung und Erinnerung, um diese immer wieder im Bewusstsein zu halten. Vertrauen zum Beispiel ist eine ständige Übung. Haltungen brauchen Zeichen und Akte der ständigen Vergegenwärtigung.

Das gilt auch für den Segen. Wird er noch von einem Fachmann gesprochen, so wird dem Ritual manchmal sogar nur deshalb geglaubt. Das legt jenem Fachmann eine große Verantwortung auf: Er stellt seine eigene Person in den Hintergrund und spricht im Namen eines anderen und größeren. Obwohl durch Wort und Gestus völlig einleuchtend ist, wer wirklich segnet – nämlich Gott allein – ist es für viele Menschen trotzdem wichtig, dass ein Priester die Dinge segnet.

Viele Menschen kommen nach wie vor an die Klosterpforte und bitten einen unserer Priester um den Segen für ihre Dinge, ihre Anliegen, für Fahrzeuge oder auch für sich selbst. Seien Sie herzlich willkommen!

Benedicere im Internet

Wir möchten aber auch die Chancen moderner Technik nutzen: Bei der Einrichtung unseres neuen Online-Shops www.abteiladen.de bieten wir an, dass die Bestellungen gesegnet werden. Der Segen wird durch ein kleines Zertifikat dokumentiert. Nicht immer haben die Priester in den immer größer werdenden Gemeinden Zeit und Raum für diese kleinen und wichtigen Gesten. Vielleicht ist es eine kleine Entlastung, wenn wir den kleinen – selbstverständlich kostenfreien – Dienst anbieten. „Da habt Ihr ja einen echten Marktvorteil vor Euren Mitbewerbern“ – war der Kommentar eines Bestellers. Ich kann ihm nur zustimmen. Wenn ich in die Abteischmiede komme und es liegen dort einige offene Pakete mit religiösen Gegenständen, dann gehört es neuerdings zu meinen Aufgaben, diese zu segnen und das Zertifikat zu unterschreiben. So wird an einem eigentlich profanen wirtschaftlichen Ort unseres Klosters gebetet. „Ora et Labora“ und „benedicere“ ist nicht umsonst eine der Maximen des Benediktinerordens.

P. Abraham Fischer OSB

Neue Mitarbeiterin und Lions-Kalender

Gerne stellen wir Ihnen unsere neue Kollegin, Silvia Büscher vor! (links im Bild)
Wir freuen uns sehr, dass sie seit September tatkräftig unser Team unterstützt!
Gemeinsam mit Bettina Schulte, unserer "alten Häsin" präsentiert sie den neuen Lions-Kalender, den Sie ab sofort bei uns erwerben können.
Unser Abteiladen beteiligt sich in diesem Jahr mit 2 Gutscheinen über jeweils 25.-€ an den Gewinnen!
Also, es lohnt sich! 

2. Genussnacht

Quiche von der Abteiwaren Königsmünster

Kennen Sie schon unsere Schokolade mit Macadamianüssen und dem Bad Sassendorfer Siedesalz? Ein wunderbares Zusammenspiel zwischen Afrika und Westfalen.
Am vergangenen Freitag, den 25. Oktober 2019, durften wir diese Besonderheit aus unserer Konditorei zusammen mit unserem Spekulatius, den Makronen, dem Brotaufstrich aus Macadamianüssen auf der 2. Genussnacht in Bad Sassendorf präsentieren. Nicht zu vergessen natürlich die handgefertigten Schokoladen aus unserer Chocolaterie.
Als herzhafte warme Speisen boten wir zudem drei verschiedene Sorten Quiche an (Vegetarisch mit Lauch und Apfel, mit Lachs und Schinken vom Meister Strohschwein). Und natürlich haben wir unser Pater Linus Bier dazu ausgeschenkt.
Unsere Mitarbeitenden Luisa Beule und Ron Knape haben an diesem Abend unsere Köstlichkeiten präsentiert und brachten die Besucher dazu, dass ihnen das Wasser im Mund zusammen floss. Alles in allem eine gelungene Aktion!

Hier ein paar Eindrücke:

Oldtimer Rallye in der Abteigaststätte

Alte Autos faszinieren, ziehen unsere Blicke auf sich, lassen uns aufstehen und hingehen,… und so ging es uns auch heute, als die Oldtimer Rallye ADAC ZURICH Westfalen Klassik bei uns auf dem Klosterberg Halt machte, um sich in unserer Abteigaststätte zu stärken.

Ein paar Bilder können das Ereignis sicherlich einfangen, oder?

Bildquellen

  • Oldtimer Rallye Meschede 2: David Damberg

Interview mit Jonas Busch, Mitarbeiter in der Verwaltung

Podcast Abteiwaren Busch

In jedem Betrieb gibt es Gesichter, die jeder und jede kennt, die oft in Zeitungen erscheinen, die verkaufen, präsentieren, darstellen, vertreten und so einfach viel stärker als andere im Fokus der Öffentlichkeit stehen. In meiner Interviewreihe möchte ich auch diejenigen vorstellen, die zwar nach außen wenig in Erscheinung treten, aber für den inneren Ablauf von großer Bedeutung sind. 

So stelle ich heute Jonas Busch vor, der im Lohnbüro der AbteiWaren arbeitet und von daher für unsere Mitarbeitenden eine sehr große Bedeutung hat. Mit ihm sprach ich über seine Arbeit, über die AbteiWaren im ganzen und über das, was das Leben lebenswert macht. Sein Lieblingsprodukt hatte er auch dabei - eine sehr schöne Idee!